[MZ TS 150] [Suzuki Savage 650] [Suzuki GSX-R 750 W] [Honda Goldwing GL 1200 Aspencade] [meine Moppeds]


 

    

Nach einem Jahr auf der Savage, die mir nun im wahrsten Sinne des Wortes "zu klein" geworden war, wollte es der Zufall, dass unser Suzuki-Händler einen Tag der offenen Tür veranstaltete und meine liebe Frau, die mein Jammern leid war, mich dorthin schleppte. Diese Maschine war wie die Liebe auf den ersten Blick, top gepflegt, super Zustand und im Kopf schon meine. Nur noch schnell Muttern überzeugen,ein Plausch mit dem Verkäufer, sche...., die Karre war aufgemacht soweit es erlaubt war (knapp 130 PS lt. Prüfstand) und Muttern's Segen sah ich schon schwinden. Aber wenn "Mann" was will, wird er ja bekanntlich sehr einfallsreich. Also mal mit meiner Lieben um das Teil herumgeschwänzelt und tunlichst jede ihrer Fragen nach Höchstgeschwindigkeit und PS mit der Antwort abgewimmelt, die hat nur 750 Kubik, so schnell wird die schon nicht sein. Sie immer wieder, der Tacho zeigt 280 km/h an, ich entgegen das die Tacho's immer mehr anzeigen. Es hat geholfen. Das Teil war gekauft. Mit stolz geschwellter Brust nach Hause und dem Nachbarn die Savage "warmherzigst" empfohlen. Er wollte auch wieder nach langer Pause Motorrad fahren und suchte eine preiswerte Einsteigermaschine. Wenig später war die Savage verkauft und ich konnte meine "Neue" holen. Mit Muttern wieder zum Händler, Papiere klar gemacht und rauf auf die Suzi. Die ersten km schön ordentlich hinter Muttern hergezuckelt, aber dann wurde es zu langweilig. Mich qüalte die Frage, was jenseits des 5000 U/min passiert und ich sollte nicht schlecht überrascht sein. Die Karre ging ab wie ne Blondine auf ner Bananenschale, die Gänge durchgeschaltet, ein Blich auf den Tacho .... brrrr das ist nur ne Landstrasse, also wieder etwas ruhiger. Den Rest der Saison habe ich dann noch ca. 8.000 km auf der Suzi zugebracht, Ende August noch mal schnell nen neuen Satz Reifen und dann kam wie immer der Oktober viel zu schnell. Winterpause .... das Maschinchen auf Vordermann gebracht, Ölwechsel, Kerzen, Ventile einstellen und die Kette gewechselt. Die Saison 2005 konnte kommen. Bis dato war meine Frau nur wenige km mitgefahren aber sie sollte ihre Chance bekommen. Ende April 2005 - Sternfahrt nach Kulmbach, das größe Bikerevent in Bayern, organisiert von Antenne Bayern, der Kulmbacher Brauerei und dem Bayrischen Innenministerium. Mein Kumpel fuhr auch mit, er ist stolzer Besitzer einer Honda Goldwing GL 1200 Aspencade, der Tag sollte Folgen haben. Wir also los Richtung Kulmbach, gut durchgekommen mit Polizeibegleitung in die Stadt, alles super organisiert, nur das Gesäß meiner Holden nicht, alles tat weh und ihr sehnsuchtsvoller Blick ging immer öfters zu der schönen weichen, breiten Sitzbank der Goldwing und ne Rückenlehne hatte die auch noch. So oft ist sie dann auch nicht mehr mit mir mitgefahren. Ich fuhr ihr immer zu schnell, es war ungemütlich etc. Die Goldwing hatte es ihr doch ein bischen sehr angetan. Dann kam mein Kumpel am Wochenende vorbei, ob ich nicht Lust hätte, mit ihm nach Wolfratshausen zu fahren, ne Goldwing anzuschauen. Also wir zwei los, ich mit der Suzi immer schön hinter ihm her. Während er ne Probefahrt machte konnte ich ein wenig mit dem Verkäufer reden. Er war früher auch begeisterter Suzi-Fahrer, aber irgendwann hatte er von der Raserei die Nase voll und hat sich ne Wing gekauft. Er meinte, wenn du auf ner Wing sitzt, hast du kein Bedürfnis mehr so schnell zu fahren. Aber wer will kann das trotzdem, denn gute 200 km/h geht die schon auch. Konnte ich ihm damals so nicht glauben, war ich doch immer noch voll zufrieden mit der Suzi. Anfang Juni noch ein paar schöne Touren durchs Altmühltal, mal nach Garmisch, Bad Tölz, immer an den Alpen lang Richtung Rosenheim und dann wieder Richtung Heimat. Einfach Super, nur eben fast immer alleine und zum Großteil sehr zügig unterwegs. Dann sollte der Tag kommen an dem auch ich über das Leben im "Vollgasrausch" nachdenken sollte. Es war ein Tag, den man am liebsten aus dem Kalender streichen möchte. Die Frühschicht war der reinste Horror, nichts lief, total frustriert nach Hause, super Wetter und ab auf die Suzi Frust abbauen. Sagt einem doch jeder, sowas sollte man nicht tun. Stimmt auch, so hinterher gesehen. Auf der Autobahn Richtung München wiedermal Vollgas, der Tacho so gut bei 280, urplötzlich rutscht das Hinterrad ein wenig weg. Mit Müh und Not und mehr Glück wie Verstand die Karre wieder unter Kontrolle bekommen, auf den nächsten Parkplatz erstmal eine rauchen. Der Arsch ging auf Grundeis, ab nach Hause, die Suzi in die Garage und seit diesem Tag bin ich nicht mehr mit ihr gefahren. Einige werden sagen "Weichei", ich mein dazu nur, dass man wissen sollte, wenn man aufhören muss. Mein Zeitpunkt war gekommen. Trotzdem war es ein sehr zuverlässiges Motorrad, keine Pannen, aber auch wild und mitunter schwer zähmbar.


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